Was verrät uns die Eirik Drift über Ozeanströmungen und Klima des Nordatlantiks der letzten 17 Millionen Jahre?


Mittwoch, 26. Februar 2014 - 10:15 Uhr
GEO-Gebäude, Raum 1550 (Hörsaal)
Antje Müller-Michaelis

Die Thermohaline Zirkulation transportiert Wärme und Frischwasser durch die Ozeane und interagiert mit der Atmosphäre. Deshalb ist die Thermohaline Zirkulation eng mit dem globalen Klima verbunden. Der tiefe Teil der nordatlantischen Thermohalinen Zirkulation besteht hauptsächlich aus Tiefenwasser, das in der Grönland/Norwegen See gebildet wird und über den Grönland-Schottland Rücken in den Nordatlantik fließt. Die Eirik Drift südlich von Grönland wird von dieser Tiefenströmung geformt. Die Sedimentstruktur der Eirik Drift dokumentiert somit Veränderungen im Tiefenströmungssystem des Nordatlantiks, welche in Bezug zu unterschiedlichen klimatischen Bedingungen gesetzt werden können. Die Untersuchung der Sedimentstrukturen in Verbindung mit geologischen Informationen aus Bohrungen führt zu einem verbesserten seismostratigraphischen Modell an der Eirik Drift. Eine zeitliche Rekonstruktion der tiefen Paläoströmungen an der Eirik Drift konnte durch die detailliertere Analyse der Lage und Umverteilung von Depotzentren abgeleitet werden. Die Änderungen der Strömungswege und Strömungsintensität an der Eirik Drift kann mit der Entwicklungsgeschichte des Grönland-Schottland Rückens und Änderungen der klimatischen Bedingungen in Verbindung gebracht werden. Ein starker Einfluß von Tiefenströmungen an der Eirik Drift wird für warme Klimaphasen und am Anfang von Kaltphasen deutlich. In Kaltphasen mit erhöhter Eisausdehnung hingegen sind nur schwache Tiefenströmungen an der Eirik Drift dokumentiert. Basierend auf diesen Beobachtungen wurde eine Rekonstruktion der Tiefenwasserbildungsgebiete und Tiefenwasserströmung im nördlichen Nordatlantik erstellt. Die Tiefenwasserbildungsgebiete haben sich ebenso wie die Haupttiefenströmung in kalten Phasen mit zunehmender Vereisung der Nordhemisphäre gen Süden verlagert. Dies bedeutet, daß in solchen Kaltphasen nur schwache Ausläufer der Tiefenströmung über die Eirik Drift geflossen sind und die Eirik Drift nur in Warmphasen im Hauptflußweg des Tiefenwassers lag.




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