Masterstudium Geowissenschaften - Projektübung


Ziel der Projektübung

Die Projektübung dient dem Erwerb von praktischen Erfahrungen in fachlichen wie in nicht-fachlichen Belangen. Sie ermöglicht den Studierenden, eigene Vorstellungen zu realisieren und zusätzliche Kompetenzen und Kontakte zu erwerben, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Es geht um Eigeninitiative und „learning by doing“, aber auch um ein betreutes, ergebnisorientierten Projekt, das es nach der Praxisphase in einem schriftlichen Bericht und Kolloquiumsvortrag zu erläutern gilt.

Die Projektübung kann völlig eigenständig konzipiert und durchgeführt werden, aber auch als Teilprojekt in ein laufendes Forschungs- oder Firmenprojekt eingebettet sein. Die Verantwortung, das eigene Projekt anzubahnen und einen geeigneten Betreuer zu finden, liegt auf Seite der Studierenden. Möglich sind sowohl Einzel- als auch Teamprojekte, die gerade bei Geländearbeiten logistische und operationelle Vorteile haben. Bei gemeinschaftlichen Projekten sollte vorab eine klare Aufgabenteilung hergestellt werden. Beiträge und Leistungen jedes Teampartners müssen am Ende separat dargestellt und bemessen werden können.

Die Projektübung soll keine Vorwegnahme der späteren, meist laboranalytischen Masterarbeit sein. Nicht der wissenschaftliche Fortschritt steht hier im Vordergrund, sondern die schlüssige Idee, der praktische Nutzen, die zweckmäßige Planung und gelungene Realisierung, die aufschlussreiche und interessante Dokumentation der Ergebnisse, und nicht zuletzt die Erweiterung der eigenen Erfahrungshorizonte.

Gestaltungsspielraum

Der Gestaltungsspielraum bei der Wahl des eigenen Projektkonzepts ist weit gefasst. Jede Projektidee wird im Einzelfall geprüft und anerkannt, wenn sie die genannten Intentionen erfüllt, verwirklichbar erscheint und hinsichtlich Umfang und Komplexität angemessen ist. Mögliche Projekttypen sind beispielsweise:
  • Gelände- oder Kartierprojekt zu Lande oder zu Wasser ohne größere Laboranteile mit feldgestützten Methoden der Geologie, Geophysik oder Mineralogie, auch Beitrag zu Firmen- oder Forschungs­projekten
  • Medien- oder Schulprojekt, etwa ein umfangreicher populärwissenschaftlicher Artikel, eine Internetproduktion, ein Videofilm, Radiobeitrag, Ausstellungsstück oder eine schulische Unterrichtseinheit zu einem geowissenschaftlichen Thema
  • Technisches Projekt zur Entwicklung, Verbesserung und Erprobung von geowissenschaftlichen Apparaturen für den Praxiseinsatz
  • Externes Projekt bei einer Firma, Organisation oder Behörde, das fachlich anspruchsvoll ist und darstellbare Ziele, Abläufe und Ergebnisse hat
  • Internationales Projekt, das eine geowissenschaftliche Tätigkeit im Ausland und eine Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern einschließt

Zeitlicher Rahmen und Bewertung

Der Bearbeitungszeitraum jeder Projektübung sollte im Sinne der Vergleichbarkeit und Anerkennung 10-12 Wochen (400 Stunden / 15 CP) nicht wesentlich über- oder unterschreiten. Der praktische Teil der Projektübung wird meist zwischen September bis November durchgeführt, kann aber auch früher oder später erfolgen.

Der Bearbeitungszeitraum umfasst in der Regel eine Startphase von 1-2 Wochen, die der konkreten Planung, Vorbereitung und Literaturrecherche dient. Darauf folgen etwa 4-6 Wochen praktische Gelände- bzw. Projektarbeit (auf Schiffen meist nur 2-4 Wochen) und 2-4 Wochen datennahe Auswertung und Dokumentation in Form eines schriftlichen Projektberichts.

Den Abschluss bildet ein Vortrag im Berichtskolloquium, bei dem alle Projekte im Beisein der Mitstudierenden und Betreuer vorgestellt und von einer Jury bewertet werden. Es werden sowohl das Projektkonzept, dessen Durchführung und Auswertung, als auch die sprachliche, graphische und didaktische Qualität des Berichts (50%) und der mündlichen Präsentation (50%) bewertet. Weitere Informationen zur Betreuung, Anmeldung, Kosten, Prüfungsform und -bewertung sind den Guidelines im Downloadbereich zu entnehmen.